Krisengefüge der Künste
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Teilprojekt 7: Was für ein Theater? Vergleichende Untersuchung der Cultural und Corporate Governance öffentlicher Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Politikwissenschaft

 

Leitung: Prof. Dr. Annette Zimmer

Mitarbeit: Rike-Kristin Baca Duque, M.A., Dr. Katharina Obuch

Hilfskraft: Anna-Christine Hennig

 

Das auf drei Jahre befristete Projekt Was für ein Theater? hat die komparative Analyse der Cultural und Corporate Governance der öffentlich getragenen Theater in den DACH-Ländern (Deutschland, Österreich, deutschsprachige Schweiz) unter besonderer Berücksichtigung von Gendergerechtigkeit für die weiblichen Theaterschaffenden zum Ziel. Was für ein Theater knüpft an die erste Projektphase und die Analyse der Folgen des Krisengefüges (kulturelle, finanzielle und legitimatorische Krise) für Stadttheater in der Provinz und insbesondere für die Beschäftigungs- und Arbeitsverhältnisse am Theater einschließlich der Leitungsebene an.
Empirisch soll im Nachfolgeprojekt untersucht werden, ob die Delegitimation des Theaters primär Stadttheater betrifft und insofern standort- sowie ressourcenbezogen ist, oder aber Theater generell und damit auch in Landesstädten und Metropolen sowie im europäischen Ausland mit einer legitimatorischen Krise konfrontiert sind. Zudem sollen die Folgen der Verwaltungsreform bzw. die Veränderung der kulturpolitischen Steuerung (Cultural Governance) der Theater in den DACH-Ländern erfasst sowie untersucht werden, wie sich diese auf die Leitung und das Management der Häuser (Corporate Governance) auswirken.

Rekurriert wird auf einen Methodenmix von Policy-Analyse, Befragung und Case Studies. Die kulturpolitischen Legitimationsmuster werden pro Land diskursanalytisch auf Grundlage von Sekundärliteratur, Dokumentanalyse sowie Expert*inneninterviews (Kulturschaffende, kulturpolitische Akteur*innen) ermittelt und analysiert. Aus verwaltungswissenschaftlicher Perspektive werden die Rechts- und Organisationsformen der Theater sowie der Einsatz von New Public Managementinstrumenten mittels einer teil-standardisierten Befragung auf Ebene der Geschäftsführung der Theater erfasst. Case Studies eines Samples von Theatern werden zur Untersuchung der Corporate Governance (Leitungs- und Führungsstrukturen, Profil- und Programmgestaltung, Gendergerechtigkeit) durchgeführt.

Neben der Landes- und Kantonszugehörigkeit und der jeweils spezifischen Cultural Governance stehen für das Sampling als weitere Auswahlkriterien die Tradition bzw. historische Entwicklung sowie der Spartenmix des betreffenden Hauses im Fokus. Da die Oper gemäß den Umfragen die stärksten Besucher*innenrückgänge zu verzeichnen hat und gleichzeitig die kostenintensivste Darstellungsform darstellt, wird auf diese Sparte ein besonderes Augenmerk gerichtet. Beim Sampling werden entweder Mehrspartenhäuser oder aber sog. Theaterholdings mit Opernbeteiligung besonders berücksichtigt.


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