Krisengefüge der Künste
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Der Münchner Marstall als „Schnittstelle“ der Künste und der lokalen Kulturpolitik.

Working Paper Nr. 1/2019

Autor

Dr. Sebastian Stauss, Ludwig-Maximilians-Universität München

Abstract

Der Marstall, seit Münchens Olympiajahr 1972 Experimentierbühne von Bayerischer Staatsoper und Staatsschauspiel, dient als Fallbeispiel für lokale Kulturpolitik, sowohl auf der Landes- als auch (zeitweise kooperierend und mit einer jähen Zäsur) auf kommunaler Ebene. Gestützt auf Zeitungsberichte und Interviewmaterial lassen sich wechselnde Interessen und künstlerische Transformationen nachvollziehen: vom Selbstbestimmungsdiskurs innerhalb der Theater-Institutionen um 1968, in deren Folge sich die Staatsopern-Experimentierbühne unter Walter Haupt formierte, bis zur von außen herbeigeführten Veränderung mit change agency-Zügen in den 1990ern, dem von Elisabeth Schweeger als Marstallleiterin kuratierten Zusammenspiel des Staatsschauspiels, u.a. mit dem städtischen Kulturreferat, ästhetisch erweitert um die Freie (Tanz-)Szene und die damals neue Medienkunst. Ende der 1990er Jahre fand diese Entwicklung im Zuge eines Kurswechsels der bayerischen Kultur- und (später übergreifend) Landespolitik ein abruptes Ende. Die seither zwi-schen zeitgenössischem Schauspiel und Performances wechselnde Bespielung fällt in eine Phase politischer Unentschlossenheit in Bezug auf Erneuerung (auch die Mitzugehörigkeit zur Oper betreffend) und Erweiterung des Marstall-Areals.

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